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20. Jahrhundert

 

Um die Jahrhundertwende zählt man in Rixfeld ca. 70 Wohnhäuser. Hier leben 442 Einwohner. Aus der Landwirtschaft ernähren sich 72% der Bevölkerung, von Gewerbe und Handwerk leben 8%, die Lohnarbeit in der Landwirtschaft beträgt 20%.

Nach dem Bau des Bahnhofsgebäudes und der Bahntrasse Lauterbach - Grebenhain in 1900/01 wird am 1. November 1901 die Strecke eingeweiht und  gleichzeitig die Postbeförderung  durch die Bahnpost betrieben. Die Posthilfsstelle Rixfeld kommt zur Postagentur Stockhausen. Es wird eine Pferdepost Stockhausen-Rixfeld/Bahnhof eingerichtet.

Die Riedeselsche Gaststätte am Bahnhof, rechts der heutigen Bundesstraße 275, wird kurz vor der Jahrhundertwende gebaut. Pächter ist Heinrich Dörr III. aus Rixfeld. 1902 wird sie bereits wieder geschlossen und dann zum Forsthaus umgebaut. Im Oktober 1932 kaufen Graf Paul von und zu Westerholt und Gysenberg und seine Frau von Baron Georg Riedesel, Freiherr zu Eisenbach, wohnhaft in Altenburg, das Anwesen mit einigen Waldungen. Ende November 1945 zieht die Familie   Westerholt von Thüringen kommend in das Forsthaus ein. 1978 übersiedelt der Sohn Graf Johannes mit seinen Angehörigen nach Herbstein.

1902 baut Mauermeister Johannes Link  das Haus Eiffert am Bahnhof. Sein Schwiegersohn Johannes Karl Eiffert betreibt zunächst nur eine Gaststätte. Ab 1912 beginnt zusätzlich ein Handel mit Futter- und Düngemittel. Kurze Zeit später kommen auch Brennstoffe dazu. Nach seinem Tod 1919 führt seine Witwe Katharina, geb. Link das Unternehmen weiter. Nach dem 1. Weltkrieg tritt ihr Sohn Christoph Johannes Karl die Nachfolge an und führt es bis 1963, die Gaststätte bis 1967.

Zum 1.01.1964 kommt es zur Geschäftsübergabe an die beiden Söhne und einer Teilung des Betriebsgeländes. Albert Johannes Karl Eiffert übernimmt den Baustoffhandel und baut den Betrieb weiter aus. Dessen Sohn Klaus Dieter wird 2002 Chef des Unternehmens.

Bereits 1962 beginnt Sohn Hans Karl Eiffert ein Gewerbe mit Bagger- und Raupenarbeiten. 1964 kommt durch die Übergabe der Brennstoffhandel hinzu. 1967 übernimmt er die Gastwirtschaft von seinen Eltern und baut sie in den Jahren 1969/70 um. Im Jahr 1975 wird das Stammhaus mit der Gaststätte durch einen Großbrand vernichtet. Der übrige Betrieb wird später eingestellt.

 

Wo 1908 die untere Brücke gebaut wird, befand sich vorher nur ein hölzerner Steg.

Als der vor gut 20 Jahren erbaute Schulsaal zu klein wird, entschließt man sich zur Errichtung eines neuen Schulgebäudes. Durch einen zweiten Saal, sowie zwei darüber liegende Lehrerwohnungen entsteht in zweijähriger Arbeit ein imposantes Bauwerk im Jugendstil, welches die Silhouette  unseres Dorfes prägt. Im Herbst 1910 ist die feierliche Einweihung. Am 1. November ist die Schule bezugsfertig. Auf Grund der gestiegenen Schülerzahlen wird zweiklassig unterrichtet.

Im Sommer 1914 beginnt der erste Weltkrieg. Ausgelöst durch die Ermordung des österreichisch - ungarischen Thronfolgers Franz Ferdinand in Sarajewo gerät auch Deutschland in den Strudel der Ereignisse und erklärt verschiedenen Nationen den Krieg. In den Versailler Verträgen wird Deutschland 1918 die Alleinschuld zugesprochen. 91 Männer aus unserem Dorf müssen in den Krieg. 24 Tote und 3 Vermisste ist die traurige Bilanz.

Ein Großfeuer bricht am 17. August 1919 im Anwesen des Heinrich Karl Eichenauer („Möllesch“) aus. Es brennt bis auf die Grundmauern nieder.

Am 14. August 1921 wird eine neue Glocke geweiht, da 1914 eine zu Kriegsmaterial eingeschmolzen wurde. Das Ehrenmal zum Gedenken der Gefallenen und Vermissten des Krieges wird am 23. Oktober desselben Jahres eingeweiht. Die Weiherede hält Pfarrer Samuel Gengnagel, der von 1912 bis 1924 zuständiger Pfarrer ist. Ihm folgt für zwei Jahre Pfarrer Naumann.

1921 ist auch das Gründerjahr des 1. Sportvereins in Rixfeld. Sportverein „Altonia“ Rixfeld hat seinen Sportplatz bereits am Küppel. 1931 löst sich der Verein wieder auf.

Die Genossenschaft: Spar- und Darlehenskasse GmbH Rixfeld wird 1922 gegründet.

Durch die allgemeine Weltfinanzlage und die Wiedergutmachungsverordnungen der Sieger gerät Deutschland in die Inflation. Bei der Stabilisierung der Währung 1923 ist 1 Billion Papiermark auf den Wert einer Goldmark gesunken.

Das Jahr 1923 bringt für Rixfeld einiges an Neuem. So gründet sich am 27. Oktober der GV „Edelweiß“ Rixfeld.

Nach harten Auseinandersetzungen in der Bevölkerung wird mit dem Ausbau des Stromnetzes begonnen.

Die Gebrüder Heinrich und Konrad Funk eröffnen ein Geschäft mit technischen Ölen und Fetten.

Der Reiterverein gründet sich ein Jahr später.

Das erste eigene Motorrad wird 1926 von Heinrich Funk gefahren. Zur gleichen Zeit wird der erste Rundfunkempfänger im Dorf angeschafft.

Im November 1927 entstehen zwei weitere Vereine in unserem Dorf, der Obst- und Gartenbauverein und der Kleinkaliber Schützenverein. Letzterer renoviert  sich den Schießstand des Kriegervereins am Matteberg. Mit der Einberufung der Schützen zum Wehrdienst 1940 löst sich der Verein wieder auf.

Dreißig Jahre nach ihrer Einführung stellt die Pferdepost Stockhausen-Rixfeld ihren Dienst ein. Die Postkutsche macht am 19. Mai 1931 ihre letzte Fahrt zum Bahnhof. Einen Tag später wird die Kraftpost eingeführt.

Die Anfänge des Posaunenchors liegen im Jahr 1929. Schreinermeister Georg Rausch in Herbstein, gebürtig aus Schadges, bildet die ersten Bläser aus.

1933 löst Hermann Heinrich Eichenauer den seitherigen Bürgermeister Heinrich Rahn II. ab, der die Geschicke des Dorfes 32 Jahre leitete. Er selbst bleibt bis 1945 im Amt.

Am 4. April 1934 wird die seit längerem bestehende Pflichtfeuerwehr in die Freiwillige Feuerwehr umgewandelt. Friedrich Schaub, seit 1912 Feuerwehrmann, wird zum Feuerwehrkommandanten gewählt. Im gleichen Jahr löst Pfarrer Karl Schulz seinen Vorgänger Pfarrer Karl Bernbeck ab, der neun Jahre (von 1925 bis 1934) seinen Dienst im Kirchspiel versah.

1936 ist es wieder Heinrich Funk der das erste Auto kauft.

1943 wird Konrad Langwasser Ortsdiener in Rixfeld. Er übernimmt das Amt von Heinrich Eidmann.

 

Karl Luft - Historisches