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Der Rixfelder Galgen

 

In unserer Heimat, dem östlichen Vogelsberg, gab es im späten Mittelalter über ein Dutzend Gerichte, ausnahmslos Hoch- und Blutgerichte. Jedes Gericht hatte in seinem Bezirk einen Galgen.

Knapp zwei Kilometer westlich von Rixfeld stehen heute noch die beiden verbliebenen Säulen eines Riedeselschen Galgens, der im Jahr 1709 errichtet wurde und zum Gericht "Landenhausen-Stockhausen“ gehörte. *

Runde aufeinander geschichtete Sandsteinplatten von 30 bis 40 Zentimetern Dicke bilden die etwa vier Meter hohen Säulen, die ca. fünf Meter auseinander stehen. An den kreisförmigen Untermauerungen erkennt man, dass es sich um ein Hochgericht handelte. Die Pfeiler verband ein Querholz, auch Schwengel genannt, das bereits 1737 erstmals erneuert werden musste und Anfang des 19. Jahrhunderts ganz verschwand. Über eine Hinrichtung am Rixfelder Galgen ist uns nichts überliefert.

Warum die Richtstätte gerade an der Gemarkungsgrenze zu Herbstein aufgestellt wurde, bleibt ungewiss – sicherlich war sie als Warnung an die Herbsteiner, vielleicht aber auch als Warnung an die Reisenden gedacht, welche die hier vorbeiführende Fernstraße benutzten.
Üblich war es jedenfalls, dass man Galgen so weit wie möglich vom eigenen Ort entfernt aufstellte - also immer dicht an der Grenze zur Nachbargemeinde.

Ein weiterer Galgen aus dieser Zeit befindet sich nahe Hopfmannsfeld. Insgesamt gibt es heute in unserer Heimat Oberhessen nur noch drei dieser Zeitzeugen.

* (Falsch ist jedenfalls der Hinweis auf der  dort aufgestellten Tafel, es handele sich um einen Galgen, der zum "Hochgericht Fulda", sprich Herbstein, gehöre.)

Karl Luft - Historisches